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Recent Submissions
Open Access Sammelbandbeitrag
Intersektionalität als Analyseperspektive im Literaturunterricht der Sekundarstufen
(Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing, 2025) Kofer, Martina; Rein, Franziska; Lienau, Anna; Wilkening, Jan-Christian
Der Beitrag diskutiert auf Basis erzähltheoretischer Grundlagen Grundsätze und Leitlinien für eine intersektional perspektivierte Textanalyse in den Sekundarstufen I und II mit Blick auf die Kompetenzschwerpunkte Figurenanalyse und Perspektivverstehen.Angeknüpft wird an die bisher noch raren Konzeptionen für einen intersektionalen Textanalysefokus im Literaturunterricht der Sekundarstufen, die u.a. in der diversitätsorientierten Deutschdidaktik verortet sind. Im Anschluss wird auf erzähltheoretischer Grundlage dargestellt, welche Schwerpunkte im Zuge der zu erwerbenden Kompetenzen Figurenanalyse und Perspektivverstehen im Unterricht gesetzt werden sollten und welche Herangehensweisen vertieft werden sollten, um erzähltheoretische Elemente und deren Wirkung intersektional und hegemoniekritisch analysieren zu können. Diese werden kritisch mit bisherigen Vorgehensweisen abgeglichen. Am Beispiel der Romane Drei Kameradinnen von Shida Bazyar und Ich komme nicht zurück von Rasha Khayat wird aufgezeigt, inwiefern postmigrantisch perspektivierte literarische Texte sich dafür eignen, intersektionale Verflechtungen zu erschließen und Schüler*innen für Zuschreibungen, Differenzlinien und Intersektionalität zu sensibilisieren. Ergänzend dazu wird in den Blick genommen, welche Vorarbeit notwendig ist, um einen Text intersektional analysieren zu können.
Open Access Sammelbandbeitrag
»Wehr dich dagegen. Du musst dich dagegen wehren«
(Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing, 2025) Simon, Nina; Rein, Franziska; Lienau, Anna; Wilkening, Jan-Christian
Ausgehend davon, dass es lohnenswert sein könnte, im Kontext fachdidaktischer Überlegungen nicht ausnahmslos einzelne Differenzverhältnisse zu reflektieren, sondern auch deren komplexes Ineinanderwirken konsequent einzubeziehen, wird in diesem Beitrag zunächst danach gefragt, was sichtbar werden kann, wenn Fachdidaktik und Intersektionalität als miteinander verschränkt gedacht werden. Dabei wird auf das Konzept der Blickregime (Foucault 1973, hooks 2003, Said 1991, Haraway 1995) sowie aufbauend darauf auf das des Zu-Sehen-Gebens (Schade/Wenk 2011) und das des Vor-Stellens (Meyer 2016) eingegangen, da diese Konzepte vielversprechend für ein Nachdenken über intersektional informierte fachdidaktische Belange erscheinen. Anschließend wird anhand literaturdidaktischer Überlegungen zu einem Jugendroman (Schnellbächer/Öneren 2016) und einem Theaterstück (Erpulat/Hillje 2010) nachgezeichnet, inwiefern sich Momente der (Re-)Produktion, der Dekonstruktion und der Rekonstruktion für ein fachdidaktisches Nachdenken fruchtbar machen lassen und weshalb ein solches Nachdenken und damit schlussendlich auch eine intersektional informierte Fachdidaktik in derartigen Zusammenhängen virulent werdende Dilemmata nicht etwa ausblenden, sondern (auch im unterrichtlichen Geschehen) zum zentralen Gegenstand machen sollte (Simon 2021).
Open Access Sammelbandbeitrag
Intersektionalität, Theologie und Religion
(Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing, 2025) Bienert, Maren; Thomaier, Sonja; Rein, Franziska; Lienau, Anna; Wilkening, Jan-Christian
Der Beitrag gibt einen Überblick über Intersektionalität als Perspektive innerhalb der theologischen Forschung. Dieses Unterfangen geschieht als Sichtung exemplarischer Perspektiven und Erträge und folgt in der Systematisierung dabei den unterschiedlichen theologischen Teilfächern (die biblischen Wissenschaften, Religionspädagogik, Kirchengeschichte und Systematische Theologie). Ein Teilschwerpunkt liegt hierbei auf dem Intersektionalitätsdiskurs innerhalb evangelischer Religionspädagogik. Insgesamt wird ein doppeltes Interesse verfolgt: Einerseits wird gefragt, wie intersektionale Arbeit – insbesondere das klassische Triplet Race, Class und Gender – in der Theologie aufgegriffen wird. Andererseits stellt der Beitrag in seinem Sichtungsanliegen zugleich die Frage, wie Religion als intersektionales Moment in der Theologie verhandelt wird. Hierzu geraten unterschiedliche Problembestände, gedanklichen Linien sowie weitere Forschungsbedarfe in den Blick, die mit der Frage nach Religion als Kategorie einer intersektionalen Reflexion auftauchen.
Open Access Sammelbandbeitrag
Intersektionalität als Paradigma einer neuen mediävistischen Didaktik
(Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing, 2025) Happes, Julian; Rein, Franziska; Lienau, Anna; Wilkening, Jan-Christian
Die mediävistische Geschichtsdidaktik steht vor der Herausforderung, historische Alteritäten und Kontinuitäten angemessen zu vermitteln, ohne dabei in essentialistische oder teleologische Narrative zu verfallen. Insbesondere die Intersektionalitätsforschung bietet hier ein vielversprechendes heuristisches Instrumentarium, um komplexe Differenzverhältnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart kritisch zu reflektieren. Dieser Beitrag diskutiert das Potenzial des Intersektionalitätskonzepts für die mediävistische Forschung und die geschichtsdidaktische Praxis und fragt, inwiefern sich Differenzkategorien wie Race, Class und Gender produktiv auf mittelalterliche Gesellschaften anwenden lassen, ohne anachronistische Verzerrungen zu erzeugen. Dabei wird argumentiert, dass eine intersektionale Perspektive nicht nur zur Dekonstruktion monolithischer Mittelalterbilder beitragen kann, sondern auch Schüler:innen eine kritische Reflexion über gegenwärtige soziale Machtstrukturen ermöglicht. Schließlich wird die Notwendigkeit einer didaktischen Entgrenzung betont, die historische Differenz als dynamisches, diskursiv konstruiertes Phänomen sichtbar macht. Die Reflexion über die epistemischen Grenzen der eigenen Forschung und Lehre wird hierbei als integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen machtkritischen Geschichtsdidaktik begriffen, die sich ihrer eigenen disziplinären Verantwortung bewusst ist.
Open Access Sammelbandbeitrag
Diversität im Musikunterricht
(Universitätsverlag Kiel | Kiel University Publishing, 2025) Gerland, Juliane; Rein, Franziska; Lienau, Anna; Wilkening, Jan-Christian
Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags ist die herausfordernde und von Widersprüchen gekennzeichnete gegenwärtige Situation des Musikunterrichts. Um die Bedeutung einer intersektional-analytischen Perspektive sowohl für schulische als auch für außerschulische musikpädagogische Kontexte zu begründen, betrachtet dieses Kapitel einzelne für die Musikdidaktik relevante klassische Strukturkategorien (Gender, Class, Race, Dis/Ability). Anhand erster vorläufiger Ergebnisse aus dem empirischen Forschungsprojekt ProDiMuk wird erörtert, welche Ansatzpunkte zur Förderung von Diversitätssensibilität und vorurteilsbewusster Musikdidaktik vielversprechend erscheinen.
